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Bei mechanischen Uhren macht sich der Uhrmacher zumeist Gedanken darüber, wie er das filigrane Uhrwerk vor äußeren elektromagnetischen Einflüssen schützt, bei einer Quarzuhr ist es genau umgekehrt. Das Quarzwerk produziert mit seiner für den exakten Lauf erforderlichen Elektronik selbst elektromagnetische Impulse. Und genau diese Impulse sollten nicht nach außen gelangen, müssen also folglich im Gehäuse „eingesperrt“ werden.

Die Wirkung von Elektromagnetismus auf Menschen ist Gegenstand von Betrachtungen zur „Elektromagnetischen Umweltverträglichkeit”. Hier werden die Einflüsse von elektrischen und elektronischen Geräte auf die Umwelt, insbesondere den Menschen thematisiert. Von Quarzuhren geht im Vergleich zu vielen Haushaltsgeräten und Kommunikationsmitteln zwar eine geringe elektromagnetische Abstrahlung aus, jedoch gibt es sehr wohl Menschen, die von einer erhöhten Sensibilität berichten, welche ursächlich auf elektromagnetische Belastungen zurückgeführt wird.

Im Bild: Graphische Darstellung der magnetischen Komponente eines Schrittschaltimpulses. Dieser wird bei jeder Zeigerschaltung, also 60-mal pro Minute, abgegeben.

Da eine Uhr aber über sehr lange Zeit direkt am Körper getragen wird, stellte sich die Firma SINN dieser nicht trivialen Aufgabe. Herr Lothar Schmidt, Inhaber und Geschäftsführer von SINN Spezialuhren hat sich mit dieser Entwicklung den Vorteil der niedrigen Bauhöhe des verwendeten Quarzwerkes zunutze gemacht und einen zusätzlichen Boden integriert, gefertigt aus einem speziellen, abschirmenden Material, um die nachteiligen Eigenschaften zu eliminieren.

Mittels der sogenannten [Q]-Technologie wird der elektromagnetische Impuls, den der Schrittschaltmotor des Quarzwerkes abgibt, um das Räderwerk anzutreiben, zuverlässig abgeschirmt.

Da sich der Impuls des Schrittschaltmotors als Spektrum verschiedener Frequenzen darstellt, waren konstruktive Maßnahmen und spezielle Materialkombinationen erforderlich, um die Strahlung abzuschirmen. Ein weiterer Effekt ist, dass das Werk damit umgekehrt auch wirksam gegen äußere Einflüsse, wie z.B. Magnetfelder geschützt wird.

Diese neue Technologie der inneren und äußeren elektromagnetischen Abschirmung wurde von Firma SINN zum Patent angemeldet

Aktuell hat Firma Sinn die Modellreihe 434 für Damen mit der [Q]-Technologie ausgestattet. Als Quarzwerk kommt ein hochpräzises, temperaturstabilisiertes Uhrwerk aus dem Hause ETA zum Einsatz. Als Ergebnis der Temperaturkompensation ist das Uhrwerk etwa zwanzigmal ganggenauer als ein auf Raumtemperatur reguliertes, vergleichbares Quarzwerk. Das Modell 434 von Firma Sinn zählt damit zu den derzeit am genauesten autonom laufenden Armbanduhren.

Die ETA SA gibt bei Tragetemperatur eine Gangabweichung von lediglich +/−10 Sekunden im Jahr an. Das von Sinn eingesetzte Uhrwerk ETA E64.10 besitzt zudem eine stromsparende Steuerung und gewährleistet, zusammen mit der hohen Kapazität der verwendeten Batterie, eine Laufzeit von vier Jahren.

 

 

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