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Tradition, frische Gestaltungsideen und innovative Handwerkstechniken verbindet Rosenthal seit 1879 zu kreativen Designobjekten von bester Qualität. Heute wie zur Gründung entwickelt das Unternehmen Porzellanprodukte, die durch Form, Funktion und besondere Haptik bestechen, die ein Stück Kulturgut made in Germany sind und die von etablierten Designern wie auch den besten Newcomern gestaltet werden. Gefertigt werden die Kollektionen in den Werken „Rosenthal am Rothbühl“ in Selb und „Thomas am Kulm“ in Speichersdorf, die zu den weltweit modernsten Produktionsanlagen der Porzellanindustrie zählen und, dank zukunftsträchtiger Investitionen, nachhaltig und ressourcenschonend produzieren.

 

Rosenthal am Rothbuehl

Bild: Rosenthal am Rothbuehl

 

Seit 2015 ergänzt die Rosenthal Watch Collection das umfangreiche Produktportfolio um feine Schmuckstücke, deren Porzellanzifferblätter bei Rosenthal handgefertigt werden und die, dank filigraner Details, für ganz besondere Blickfänge am Handgelenk sorgen.

Zeitgemäße Eleganz, präzise Uhrmacherkunst und feinste Materialien verbindet die Rosenthal Armbanduhrenkollektion mit einem handwerklich aufwendigen Ziffernblatt aus bestem Porzellan. Alle Uhren werden in Deutschland von Meistern ihres Fachs montiert. Die nur 1,5 Millimeter dünnen Zifferblätter stellt Rosenthal mit viel Liebe zum Detail im oberfränkischen Selb her. Dekoriert und bemalt werden sie von Hand.

 

Porzellanproduktion

Rosenthal Zifferblattherstellung 

 

Porzellanguss

Die Zifferblätter der Rosenthal Watch Collection werden in Gipsformen hergestellt. Dazu verwendet man eine Porzellanmasse, die durch Zusatz von ein wenig Wasser und anderen Verflüssigungsmitteln gießfähig gemacht wurde. Die zwei- oder mehrteiligen Formen saugen, wenn sie mit flüssiger Porzellanmasse, dem Schlicker, gefüllt sind, das Wasser an, sodass an der Gipswand eine gleichmäßige, feste Masseschicht, „der Scherben“, entsteht. Die restliche, noch flüssige Porzellanmasse, wird wieder aus den Formen herausgegossen. Die runde Form des Zifferblattes sowie das Loch für die Zeiger, werden mit Hilfe des Wasserstrahlschneideverfahrens (bei glatten Zifferblättern) oder mit Hilfe eines Schneidewerkzeuges von Hand (bei Zifferblättern mit Relief) aus den noch feuchten Platten ausgeschnitten, die während des Gießvorgangs in den Gipsformen entstanden sind. Die noch rohen Zifferblätter werden anschließend mit Klingen und Schwämmen manuell geglättet.

 

Gießen der Porzellanzifferblätter (Einfüllen)

Bild: Gießen der Porzellanzifferblätter (Einfüllen) 

 

Schneiden der Zifferblätterform und der Löcher für die Zeiger 
Bild: Schneiden der Zifferblätterform und der Löcher für die Zeiger

 

Glühbrand

Nachdem die rohen Porzellanzifferblätter vorgetrocknet und bei circa 950˚C zum ersten Mal verglüht wurden, sind sie nicht mehr wasserlöslich, aber noch porös und wasseraufnahmefähig.

Glasieren

Die verglühten Porzellanzifferblätter werden dann glasiert. Im Fall der Zifferblätter der Rosenthal Watch Collection gibt es einige, die glasierte sowie unglasierte Bereiche auf ihrer Oberfläche haben. Die Bereiche, die unglasiert bleiben sollen, werden von Hand mit einem blau gefärbten Wachs „isoliert“ bevor das Zifferblatt komplett in die Glasur getaucht wird. Die Glasur kann so an den isolierten Stellen nicht haften. Die Glasur besteht aus Quarz, Feldspat, wenig Kaolin und einem hohen Anteil verschiedener Flussmittel und wird von der Unterseite der Zifferblätter sofort wieder mit nassen Schwämmen entfernt, um zu verhindern, dass diese während des zweiten Brandes am Boden des Ofens festkleben.

 

Manuelles Isolieren bestimmter Bereiche auf den Oberflächen der Zifferblätter

 

Manuelles Isolieren bestimmter Bereiche auf den Oberflächen der Zifferblätter
Bilder: Manuelles Isolieren bestimmter Bereiche auf den Oberflächen der Zifferblätter

 

Glasieren der bereits isolierten Zifferblätter 
Bild: Glasieren der bereits isolierten Zifferblätter

 

 

Glattbrand

Während dem Glattbrand macht die Porzellanmasse eine chemische und eine Formveränderung durch. Die Teile werden wasserdicht und rund 12,5 Prozent kleiner (Schwindung) als sie bei ihrer Ausformung waren. Der Werkstoff sintert zu einem harten, feinen, durchscheinenden Porzellan. Das Wachs, das auf den Zifferblättern bestimmte Bereiche isoliert, verbrennt im Ofen und die Glasur schmilzt bevor der Scherben „dicht“ wird. Dadurch entsteht eine sehr innige Verbindung von Porzellanscherben und Glasur. Der Glattbrand erfolgt heute im Freibrand auf modernen Brenntisch- oder Rollenöfen.

Hartporzellan

Nach Glüh- und Glattbrand sind die Porzellanzifferblätter hart. Hartporzellan besitzt höchste Kratzfestigkeit gegen Edelstahl und ist unempfindlich gegen Säuren, ausgenommen Flusssäure. Es ist witterungsbeständig und verändert sich nach dem letzten Brand nicht mehr, ganz gleich wie alt es wird. Die weiße Farbe des Porzellans entsteht durch den sogenannten Reduktionsbrand, das heißt es wird unter Sauerstoffmangel gebrannt.

Dekoration

Die unglasierten Bereiche der Zifferblätter werden, im Falle der Rosenthal Armbanduhren, oft mit Farben, die teilweise Edelmetalle enthalten, handbemalt, so z.B. der goldene oder der silberne Totenkopf auf dem Zifferblatt des Modells „Rock’n’Skull“. Nachdem die Farben getrocknet sind, müssen die Zifferblätter ein drittes Mal bei rund 900°C gebrannt werden, damit sich die Farben mit dem Porzellan verbinden können. In einem zweiten Schritt wird eine weitere Technik zur Dekoration der Zifferblätter der Rosenthal Watch Collection eingesetzt: das manuelle Aufbringen einer hauchdünnen, nassen Folie, die mit Farbe oder sogar (wie im Falle der Rosenthal Armbanduhren) Edelmetallen bedruckt ist. Das erfordert große Genauigkeit, Geduld, eine sichere Hand und gute Augen. Derartige Folien können ausschließlich auf glasiertem Porzellan eingesetzt werden. Nachdem die Dekorfolien aufgebracht wurden, müssen die Zifferblätter zum letzten Mal bei rund 850°C gebrannt werden. Während des Brennvorgangs verbrennt die Trägerfolie rückstandslos und die Farbe/das Metall sinkt in die Glasur ein, die während des Brennens wieder flüssig wird.

 

Positionieren eines Dekorbildes auf dem Zifferblatt  

 

 Positionieren eines Dekorbildes auf dem Zifferblatt

Bilder: Positionieren eines Dekorbildes auf dem Zifferblatt

 

Präzisionsarbeit

Die Maßtoleranzen in der Uhrmacherei sind sehr klein. Sie benötigt Zifferblätter mit perfekt flachen Unterseiten, von vollkommener Rundheit und – zumindest im Falle der Armbanduhren aus der Rosenthal Watch Collection – mit einem Durchmesser von 35mm sowie nicht dicker als 1,8mm. Um diese Maße einzuhalten, werden die Rosenthal-Porzellanzifferblätter nach dem Glattbrand mit einer Maschine, die extra für diesen Zweck entwickelt wurde, perfekt rund geschliffen. Die fertigen Zifferblätter werden von einem Diamantschleifer absolut flach geschliffen bevor sie in die Armbanduhren eingebaut werden.

 

 

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